Wissenschaftliches Publizieren

Aus technischer Sicht gibt es im Wesentlichen vier Möglichkeiten zur Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit, einer Dissertation oder Hochschulschrift, etwa: Fotokopie, Mikrofiche, Veröffentlichung im Internet und Publikation durch einen Verlag.

Bei einer Doktorarbeit akzeptiert die Promotionsordnung i. d. R. alle vier Varianten. Chancen auf Aufmerksamkeit eröffnen aber – abhängig von der Publikationskultur des Faches – v. a. eine Internet- oder Buch-Publikation durch einen Verlag.

Die Buch-Publikation einer Abschlussarbeit steht für Kontinuität, geprüfte Qualität und Rezeptionsfreundlichkeit. Diese Form der Veröffentlichung von Dissertationen und Habilitationen ist mit hohem Prestige verbunden und am weitesten verbreitet. In der Regel ist eine Auflage von 150 Exemplaren vorgeschrieben, die Universität erhält meist fünf bis zehn Pflichtexemplare. Der Doktortitel kann in vielen Fällen bereits nach Vorlage des Verlagsvertrages geführt werden.

Zunehmend wird erwartet, dass ein Werk im Internet auffindbar ist und dort rezipiert werden kann. Dazu braucht es professionelles Können. Ein Buch an beliebiger Stelle abzulegen hat in der digitalen Welt so wenig Erfolg wie in der analogen. Daher hat der Martin Meidenbauer Verlag entsprechende Vereinbarungen mit den Buchprogrammen von Amazon (Search Inside The Bookwww.amazon.de) und Google (Google Buchsuchewww.books.google.de) geschlossen. Mittlerweile sind erste Titel aus dem Verlagsprogramm dort eingestellt.

Darüber hinaus ist auch der Erwerb digitaler Inhalte möglich. Wir haben dazu die Seite http://martin-meidenbauer.gleich-lesen.de eingerichtet. Digitale Veröffentlichung und Buchpublikation sind - wenn gewünscht - auch kombinierbar.

Kosten einer Publikation
Die Kosten für die verschiedenen Publikationsformen unterscheiden sich deutlich. Beispielsweise kosten 80 fotokopierte Exemplare (250 Seiten, einseitig, Klebebindung) im Copyshop zwischen ca. 850 und 950 Euro. Mikrofiche ist um rund die Hälfte günstiger. Die Kosten für eine Internet-Veröffentlichung sind sehr unterschiedlich und v. a. abhängig vom Ausgangsmaterial und von der Eigenleistung der AutorInnen.

Bei der Buch-Veröffentlichung durch einen Verlag gibt es unterschiedliche Modelle zur Deckung der Kosten, dazu gehören:

1. Publikationszuschuss
Die Höhe schwankt erheblich und liegt zwischen einigen hundert und etlichen tausend Euro. Sie hängt u. a. ab von

  • Verlag (Größe, Positionierung)
  • Art der Leistung (Herstellung, Gestaltung, Lektorat, Werbemittel und Werbung, Vertrieb)
  • Ausstattung des Buches (Papier, Bindung, Einband)
  • Autorenhonorar
  • Auflage

2. Festabnahme
Vor Drucklegung wird die Abnahme einer bestimmten Anzahl an Exemplaren zum Ladenpreis vereinbart. Abnehmer sind die AutorInnen selbst (ggf. mit Autorenrabatt von i. d. R. 30%) oder eine dritte Stelle bzw. Institution, wobei die AutorInnen diese Abnahme häufig vermitteln.

3. Subskription
Das Buch wird bereits vor Erscheinen beworben. Den Käufern, die es vor einem festgesetzten Termin bestellen, wird – in Übereinstimmung mit dem Preisbindungsgesetz – ein vergünstigter Bezugspreis eingeräumt.

Finanzierungsmöglichkeiten
Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten stehen den AutorInnen wissenschaftlicher Werke offen. Dazu gehören z. B. Ausschüttungen der VG Wort und Fördergelder verschiedener Stiftungen.

1. VG Wort
Bei einer Verlags-Veröffentlichung kann ein Teil der Kosten mit Hilfe der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) wieder eingespielt werden. Die VG Wort ist ein Zusammenschluss von Autoren und Verlagen zur Wahrnehmung (Verwertung) von Urheberrechten gegenüber Dritten. Dieser ist staatlich damit beauftragt dort, wo urheberrechtliches Material fremd genutzt wird (z. B. Bibliotheksausleihe, Fotokopierer), Gelder einzunehmen und an die Berechtigten weiterzuleiten.

Diese Mittel werden einmalig im Jahr nach Erscheinen eines Werkes ausgeschüttet. Davon profitieren jährlich über 250.000 Autorinnen und Autoren. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach dem Umfang des Buches, die letzte Ausschüttung betrug ca. 380 Euro je Buch. Weitere Informationen gibt es bei der VG Wort.

2. Stiftungen
Es gibt rund 10.000 offiziell verzeichnete Stiftungen in Deutschland. Davon sind ca. 20% im Bereich Wissenschaft und Forschung aktiv, 16% in Bildung und Erziehung, 16% in Kunst und Kultur. Manche Stiftungen fördern ausschließlich ganze Forschungsprojekte, andere gewähren auch Druckkostenbeihilfen, etwa für Dissertationen. Diese Beihilfen sind häufig bereits vor Drucklegung zu beantragen.

Große Stiftungen sind etwa die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Stiftungen der politischen Parteien oder bedeutender Unternehmen. Bei kleineren Stiftungen kann ein Antrag aussichtsreicher sein. Diese arbeiten z. B. thematisch oder regional. Da die Kriterien sehr individuell sind, kann es sich lohnen, sich speziell auf die eigene Person oder Arbeit bezogen zu informieren. Auch Bundesländer und einzelne Universitäten verfügen über Fördermittel. Weitere Informationen unter www.stiftungsindex.de oder www.stifterverband.org.