Hrsg. von Jürgen Joachimsthaler und Eugen Kotte
Über dieses Buch: Die Entstehung der Neuen Kulturwissenschaft(en) verdankt sich grundsätzlichen Impulsen unterschiedlichster Disziplinen, die den kulturwissenschaftlichen Diskursraum erst miteinander konstituiert haben. Mit ausgeprägtem Anspruch auf Interdisziplinarität wurden konkrete Fragestellungen und Blickrichtungen auf gemeinsame Gegenstände entwickelt. Der so entstandene fächerübergreifende Zusammenhang setzt dabei nach wie vor einzeldisziplinäre Kompetenzen voraus, die sowohl an traditionelle Erkenntnisinteressen als auch an etablierte methodische Verfahrensweisen anknüpfen. Wer die Kulturwissenschaft(en) ausloten will, muss deshalb immer auch die verschiedenen Fächer in den Blick nehmen. Der interdisziplinäre Diskurs, dessen Bestandteil die Einzelwissenschaften sind, hat dabei jedoch auch längst auf sie durchgegriffen und zeitigt Wirkungen in ihnen. Der vorliegende Tagungsband zeigt dies durch konzeptionelle Überlegungen aus Fremdsprachenphilologie, Geschichtswissenschaft, Kulturmanagement, Literaturwissenschaften, Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft.
Über die Herausgeber: Jürgen Joachimsthaler ist in über 200 Publikationen als interdisziplinär arbeitender Literatur- und Kulturwissenschaftler hervorgetreten.
Prof. Dr. Eugen Kotte ist Sprecher der Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung sowie stellvertretenderDirektor des Instituts für Geistes- und Kulturwissenschaften an der Universität Vechta.
About this book: The emergence of the new cultural studies is due to basic stimuli from the most varied disciplines to form the first shared field of discourse within the cultural studies. With a distinct claim to multidisciplinarity, specific questions and views have been developed on common subjects. In the process, the resulting interdisciplinary link still presupposes single-disciplinary skills, which relate to both traditional cognitive interests and established methodological practices. Hence, those who wish to explore the cultural studies must always also take into account the different subjects. Nevertheless, the single subjects have admittedly been shaped and impacted upon by interdisciplinary discourse, of which they are a component.
The present conference volume demonstrates this through conceptual considerations from foreign language philology, history, cultural management, literature, political studies and dramatics.
Inhalt: Vorbemerkung 7
Kulturwissenschaft(en): Konzepte verschiedener Disziplinen. Zur Einführung 9
Markus Fauser: Zum Symbolbegriff der Kulturwissenschaften 21
Wolfgang E. J. Weber: Europäische Wissens- und Wissenschaftsgeschichte: Ansätze und Dimensionen im Aufriss 39
Steffen Höhne: Paradigmen und Paradigmenwechsel. Kulturmanagement als angewandte Kulturwissenschaft zwischen Anwendungsorientierung und Theoriebildung 51
Peter Nitschke: Kultur in der Politikwissenschaft: Anmerkungen zu einem klassischen Thema 65
Jürgen Joachimsthaler: Unterscheiden und Vergleichen. Komparatistik oder Was ist ein kultureller Unterschied? 79
Eugen Kotte: Geschichtswissenschaftliche und geschichtsdidaktische Mythosforschung 103
Katharina Keim: Zwischen Ereignis und Textualität: Probleme und Perspektiven des performative turn für die Theaterhistoriographie 127
Fabian Münch: Die Überwindung des convict stain? Die Vergangenheit als Sträflingskolonie in der australischen Geschichtskultur 141
Silke Pasewalck: Literarische Interkulturalität – Überlegungen am Beispiel von Pawel Huelles Roman Castorp (2004) 159
Simone Schiedermair: Kulturwissenschaften und Deutsch als Fremdsprache. Unterrichtspraxis und Forschungskonzepte 173
Lukas Aufgebauer: Förderung von Geschichtsbewusstsein bei Schülerinnen und Schülern im Museum – Chancen und Probleme der „sinnlichen Erfahrung von Geschichte“ 187
Michael Dobstadt: Von der rezeptionsästhetischen und interkulturellen Literaturdidaktik zur Fokussierung von „Literarizität“. Überlegungen zur Arbeit mit Literatur in Deutsch als Fremdsprache 203
Marion Hiller: „Medium“: Literatur, Kunst, Wissenschaft. Ein knapper Aufriss 217
Jürgen Joachimsthaler / Eugen Kotte: Kulturwissenschaftliche Disziplinen und ihre Konzepte. Versuch einer Bilanz 231
Autorenverzeichnis 243
Preis: 42.90 €
Über dieses Buch:Der Diskursraum der Kulturwissenschaft(en) entwickelt sich als ein überdisziplinärer Meta-Diskurs oberhalb der beteiligten Einzelfächer und ruft deshalb oft den Eindruck praxisferner Theorielastigkeit und selbstgenügsamer „postmoderner“ Autoreferentialität hervor. In Reaktion darauf will dieser Band nach der Praxis im Schatten der Theorie, nach Gegenstandsbestimmung und Arbeitsweisen fragen.
Diskutiert wird die didaktische, künstlerische oder gesellschaftliche bzw. kulturpolitische Umsetzung kulturtheoretischer Konzepte und das Wechselspiel zwischen Kulturwissenschaft(en) und kultureller Praxis.Innerkulturelle Wirklichkeitskonstitution entsteht im Spannungsfeld zwischen deutender Überformung außerkultureller „Realität“ und dem erlebenden Nachvollzug dadurch erlebter Wirklichkeit werdender Fiktion. Doch diese Konstitution der Wirklichkeit ist nur durch die Einbindung der Menschen mit Hilfe künstlerischer und / oder didaktischer Mittel möglich. Kulturtheorie, Didaktik und kulturelle Praxis erweisen sich dadurch als lediglich abstrakt voneinander trennbare Aspekte desselben einen Vorgangs „Kultur“.
Prof. Dr. Eugen Kotte ist Leiter des Bereichs Didaktik der Geschichte mit dem fachlichen Schwerpunkt Neuere und Neueste deutsche und europäische Geschichte an der Hochschule Vechta.
About this book: The scope for discourse in cultural studies has developed as a supra-disciplinary meta-discourse exceeding the individual fields involved. This often elicits the impression of top-heavy theorizing lacking in practical relevance and of a self-sufficient “postmodern” auto-referentiality.
As a reaction to this, this book looks for practice in the shadow of theory, the definition of the object and the operating principles. The didactic, artistic and societal are discussed, that is to say the cultural-political implementation of cultural-theoretical concepts and the interaction between cultural studies and cultural practice. An inner-cultural constitution of reality arises between the poles of an interpretive shaping of extra-cultural “reality” and the understanding of fiction as experienced reality. However, this constitution of reality is only possible by the integration of people with the aid of artistic and / or didactic means. Cultural theory, didactics and cultural practice thus prove to be aspects of the same process “culture”, separable from one another in a merely abstract sense.
Preis: 39.90 €
Über dieses Buch:Die Vieldeutigkeit des Begriffs „Kulturwissenschaft(en)“ erscheint manchmal verwirrend. „Kulturwissenschaft“ im Singular meint dabei oft eine transdisziplinäre Metaperspektive, während sich disziplinäre Verfügungsansprüche einzelner Fächer eher im Plural „Kulturwissenschaften“ bemerkbar machen. Die semantische Unbestimmtheit des Begriffes birgt zwar die Gefahr inflationärer Instrumentalisierung, aber auch die Chance, ihn inter- und transdisziplinär fruchtbar zu machen.
Ausgehend von unterschiedlichen disziplinären Voraussetzungen versuchen die Beiträge dieses Bandes, kulturwissenschaftliche Entwicklungen nachzuzeichnen und Anregungen durch Tendenzen des kulturwissenschaftlichen Diskurses der letzten Jahre („performative turn“, „spatial turn“, „linguistic turn“) sowohl kritisch zu nutzen als auch in ihrer Begrenztheit deutlich zu machen. Auf diese Weise wird eine Vielfalt kulturwissenschaftlicher Ansätze und Perspektiven abgebildet, diskursive Spannungsverhältnisse und Komplementaritäten zwischen unterschiedlichen Herangehensweisen können erkannt werden.
Der Band hat sich Diskussion zum Ziel gesetzt und versucht, Impulse für die weitere Auseinandersetzung zu geben.
Die Herausgeber: Jürgen Joachimsthaler ist in über 200 Publikationen als interdisziplinär arbeitender Literatur- und Kulturwissenschaftler hervorgetreten.
About this book: The ambiguity of the term “Cultural Study/ies” can occasionally lead to confusion. “Cultural study” in the singular form often describes a transdisciplinary meta-perspective, whilst disciplinary claims of individual disciplines are more often covered by the term “Cultural studies”. The semantic indefiniteness of the term results in a certain danger of inflationary instrumentation, but also in the opportunity to benefit in interdisciplinary and transdisciplinary terms.
Based on various disciplinary preconditions, the articles in this edition endeavour to trace developments in cultural studies and to utilise tendencies of the cultural studies discourse of recent years (“performative turn”, ”spatial turn”, “linguistic turn”) in a critical manner as well as pointing out their limitations. This shows the diversity of cultural studies approaches and perspectives which enable the reader to recognise discursive constellations of tensions and complementarities between different approaches.
The aim of the work in hand is to provide a platform for discussion and impulses for further debate.
Preis: 29.90 €
Über dieses Buch: Die sich bereits seit den 1970er Jahren anbahnende und in den 1990er Jahren konzeptionell geschärfte Neuausrichtung der Geschichtsdidaktik, durch die sowohl intentionale Lernprozesse wie auch unverhoffte Begegnungen mit Geschichte im breiten Bereich der außerschulischen Öffentlichkeit in den Blick genommen werden, speist sich aus zwei Wurzeln: einer maßgeblich geschichtsdidaktisch geprägten Entwicklung, an deren Ende das elaborierte Konzept der Geschichtskultur steht, und diversen kulturwissenschaftlichen Einflüssen, die sich über die Neue Kulturgeschichte auch geschichtsdidaktisch niedergeschlagen haben. Dieser Entwicklung trägt der Band Rechnung, indem er sowohl den Einfluss kulturwissenschaftlicher Impulse (linguistic turn, iconic turn, spatial turn) auf geschichtsdidaktische Ansätze und Konzepte nachzeichnet als auch die Bedeutung geschichtskultureller Institutionen wie des Museums herausarbeitet.
Über den Herausgeber: Prof. Dr. Eugen Kotte lehrt in den Bereichen der Didaktik der Geschichte und der Neueren und Neuesten Geschichte und ist Direktor des Instituts für Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Vechta.
About this book: The new direction of the history didactics that was initiated in the 1970s and conceptualized during the 1990s offers the possibility to analyze intentional learning processes as well as unforeseen encounters with history in the public area. This development is based on two roots: a mainly historio-didactic trend which has produced the concept of historical culture and diverse influences by the cultural studies that were carried over to the didactics of history from the New Cultural History.
This publication contains approaches and concepts of history didactics in line with cultural turns (linguistic turn, iconic turn, spatial turn) as well as articles about institutions of historical culture like museums.
Inhalt: Einleitung
Eugen Kotte: Cultural turns und Geschichtsdidaktik. Impulse der Neuen Kulturgeschichte zur Erschließung geschichtsdidaktischer Forschungs- und Arbeitsfelder
Bernd Schönemann: Erinnerungskultur oder Geschichtskultur?
Wolfgang Hasberg: „Stilus noster deficit …“. Anmerkungen zur Fiktionalität narrativer Texte in geschichtsdidaktischer Absicht
Karl Filser: Holzweg oder Königsweg? Erzählungen im Geschichtsunterricht
Wolfgang Jacobmeyer: Leitmedium ohne Fach. Das deutsche Schulgeschichtsbuch 1780-1820
Fabian Münch: „Never in the field of human conflict“: Die Tradierung des Mythos der Battle of Britain in englischen Schulgeschichtsbüchern
Christoph Hamann: Das Brandenburger Tor im November 1989. Der historische und der mediale Ort
Vadim Oswalt: Raum und historisches Lernen – elaborierte Konzepte zu einer basalen Dimension geschichtlichen Denkens?
Berit Pleitner: Zeitgeschichte in polnischen Museen – zwischen „amtlicher“ und „kritischer“ Geschichte
Lukas Aufgebauer: „Lebendiges Mittelalter“? Überlegungen zu didaktischen Chancen und Problemen des „Mittelalters“ in der heutigen Geschichtskultur
Stefan Weiß: Erfolgreich fehlgeschlagen. Die misslungene Etablierung der Kulturgeschichte im späten 19. Jahrhundert
Autorenverzeichnis
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