Über dieses Buch:Ziel lokaler Religionsgeschichte ist es, formale und funktionale Wirkungsweisen von religiösen Handlungen nicht als universal gültig und unveränderlich zu betrachten, sondern in einem konkreten historischen Kontext zu verorten. Dadurch rücken die sozialen Implikationen religiöser Handlungen stärker in den Vordergrund, so auch die zivilgesellschaftlichen Wirkungen von Religion und deren Rezeption in unterschiedlichen Bevölkerungsschichten. Gleichzeitig wird das Zusammenspiel von normativ-schriftreligiösen Ritualvorschriften und regionalen Traditionen, Brauchtumshandlungen sowie lokalen Besonderheiten nichtelitärer Alltagsreligiosität berücksichtigt.
Die vorliegende Arbeit will solche Aspekte einer lokalen Religionsgeschichte erkennbar machen. Sie untersucht den Fastenmonat Ramadan und das \'id al-fitr-Fest im städtischen Milieu von Damaskus und erfasst die sozialen, politischen und ökonomischen Implikationen der Fasten- und Festhandlungen. Gleichzeitig werden historische Wandlungsprozesse bei Ramadan- und \'id-Handlungen aufgezeigt, die durch eine Umstrukturierung der städtischen Öffentlichkeit und der politischen Verhältnisse hervorgerufen wurden. Die hierfür notwendige Kombination von ethnologischen, historischen und textorientierten Untersuchungsmethoden soll eine Ergänzung und Erweiterung der bisherigen ausschließlich textorientierten Ritual- bzw. Ramadan- und \'id-Forschung darstellen.
Über den Autor: Andreas Christmann studierte Arabistik, Islam- und Religionswissenschaft an der Universität Leipzig. Heute ist er Senior Lecturer in Contemporary Islam am Nahostwissenschaftlichen Institut der Universität Manchester (Großbritannien). Er ist Verfasser von The Qur’an, Morality and Critical Reason: The Essential Muhammad Shahrur (Brill 2009).
Preis: 49.90 €
Über dieses Buch:„Der Lebensfreude persönlich beraubt, meine ich deutlicher zu sehen, wie das Leben wirklich ist; ich sehe die Dinge mit Resignation an, wie ich auch von höherer Warte auf die Menschen und Verhältnisse blicke, die es verhindert haben, daß ich in das richtige Erdreich kam, um voll wirken zu können.“ Georg Steinhausen (1866-1933), Ende des 19. Jahrhunderts einer der ambitioniertesten Vertreter der Kulturgeschichtsforschung, blickte 1925 voller Enttäuschung auf die eigene Lebenszeit zurück. Wie bei vielen seiner Zeitgenossen äußerte sich dieses Unbehagen in weitreichender Kulturkritik. Doch gerade in der Form von Kulturgeschichte fand Steinhausen Möglichkeiten, den eigenen Standpunkt zu reflektieren und zu erklären, warum die Welt um 1900 die bürgerlichen Erwartungen nicht mehr traf. Im biographischen Rahmen fragt die Studie nach Möglichkeiten und Grenzen der Entfaltung von Kulturgeschichtsforschung gegen Ende des Kaiserreichs und sucht nach fruchtbaren Ansätzen für gegenwärtige Diskussionen über Kulturgeschichte und Kulturwissenschaften.
Über den Autor: Lars Deile (geb. 1975 in Weimar) studierte Neuere Geschichte, Anglistik und Auslandsgermanistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und am Trinity College Dublin. 2001 Erstes Staatsexamen und Magisterprüfung. 2001-2004 Forschung und Lehre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 482 „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“. Zweites Staatsexamen und Promotion in Jena 2006. Seitdem Lehrer an der Salzmannschule Schnepfenthal. Arbeiten zur Kulturgeschichte der Moderne und zur Geschichtsdidaktik.
Preis: 59.90 €
Über dieses Buch:Ein weibliches Krankheitsbild der Wiener Moderne – die Hysterie – wird als kulturelles Zeichen gelesen. Durch ihre kommunikative Bedeutung als averbales Ausdrucksmittel und die von ihr abhängigen Deutungsmuster begibt sich die Hysterie in ein Wechselspiel mit den Wunschbildern der Epoche: Diese werden in sie hineinprojiziert und von ihr widergespiegelt.Die Krankheit veranschaulicht eine schmerzvolle und unumschränkte Erfahrung der Grenzüberschreitung. Deren Horizont bemisst einerseits die „Leere dieser Überschreitung“ und andererseits die „Entfaltung der Welt in der Grenzerfahrung“. In ihr manifestiert sich der für die Wiener Moderne charakteristische Bruch zwischen Denken, Sprechen und Sein in der Ich-Auflösung.Im Ineinandergreifen psychologischer Erkenntnisse und ausgewählter literarischer Texte der Wiener Moderne (Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal) führt die vorliegende Studie das Zusammenspiel von drei miteinander verwobenen psychischen Vorgängen vor: der Hysterie, der Trauer und der Erinnerung. Die besondere Leistung der Autorin liegt darin, die Theorien der Erinnerung und Trauer in Zusammenhang mit der Zeitwahrnehmung zu bringen. Darüber hinaus behandelt sie die Möglichkeiten der literarischen Darstellung einer solchen Zeitwahrnehmung.
Über den Autor / die Autorin: Maike Heinrich studierte Kulturwissenschaft, Neue deutsche Literatur und Lateinamerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit ihrem Redaktionsvolontariat lebt sie als freie Übersetzerin und Autorin in München.
Rezension/en: "Heinrichs Arbeit [macht] auf konzise Weise deutlich, auf welche Art das Zusammenspiel von Hysterie, Trauer und Erinnerung ... konstitutiv ist." (literaturkritik.de)
Preis: 19.90 €
Über dieses Buch: Die Arbeit untersucht erstmals umfassend die deutsche auswärtige Kulturpolitik gegenüber Italien in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Die materialreiche Studie lässt die Akteure und Institutionen der deutschen Kulturarbeit im Bel Paese lebendig werden. Auf der Basis vielfältiger Quellen, zu denen auch Gespräche mit wichtigen Kulturvermittlern gehören, untersucht die Autorin die Versuche der Bundesregierung, einen „Auslandsknigge“ für deutsche Italienreisende zu etablieren und dem Bild des „hässlichen Deutschen“ in den italienischen Filmen der Nachkriegszeit entgegenzuwirken. Die Italiener für die Berlin-Frage zu sensibilisieren gehörte ebenso zu diesen Steuerungsversuchen wie die Betreuung der italienischen Gastarbeiter, die nach ihrer Rückkehr in die Heimat als wichtige Meinungsträger fungieren sollten.Alle kulturpolitischen Aktivitäten der Nachkriegsjahre resultierten aus einer Mischung von offiziellen Maßnahmen seitens der Bundesregierung und dem Engagement von Einzelpersönlichkeiten. Erst mit der Formulierung der kulturpolitischen Leitsätze im Jahr 1970 bekam die auswärtige Kulturarbeit ein verbindliches offizielles Konzept.
Über die Autorin: Andrea Hindrichs studierte Geschichte und Politologie an den Universitäten Bonn und Zürich. Danach arbeitete sie als Rundfunk- und Zeitschriftenredakteurin sowie als persönliche Referentin im Deutschen Bundestag. Die Autorin lebt als selbstständige Historikerin und Journalistin in Rom. Kontakt: www.rom-entdecken.com
Über dieses Buch:Als Missionar in Chile konnte Martin Gusinde zwischen 1919 und 1924 vier Forschungsreisen von Santiago nach Feuerland unternehmen. Mehr als 1.000 Fotografien, die er unter den Yámana, Selk´nam und Alakaluf aufnahm, werden heute im Anthropos Institut (Sankt Augustin) aufbewahrt. Die Reise, die diese Fotografien als „materielle Objekte“ unternommen haben, dient hier als Metapher für die komplexere Bewegung, welche uns kulturhistorische Anblicke des festgehaltenen Augenblicks der Fotografie ermöglichen.
Das Buch befasst sich mit verschiedenen Ebenen der Fotografie: Bild, Materialität und Rezeption.Unterschiedliche analytische Kontexte machen es möglich, mehrere Diskurse zu erforschen, denen Fotografien inhaltlich zugehören: Dazu zählen Rasse, Kultur, Gender, Kunst und Wissenschaft.
Zunächst beschäftigt sich die Studie mit materiellen Aspekten der Fotografie. Darauf aufbauend folgt die Untersuchung einzelner Fotografien im historischen Kontext oder in Verbindung mit einander. Schließlich widmet sich die Autorin der Zirkulation und Rezeption der Fotografien ab den 1970er Jahren. Die mehr als 150 Fotografien und Bilder, die in diesem Buch über ethnografische Fotografie enthalten sind, stellen dabei keineswegs bloße Illustrationen zum Text dar: Vielmehr sind sie selber der Text.
Über die Autorin: Marisol Palma, 1970 in Santiago de Chile geboren, studierte Geschichte an der Universidad Católica in Santiago de Chile. 2004 promovierte sie an der Universität Leipzig. Sie arbeitet im Rahmen eines Drittmittelprojekts über Intellektuelle und Gewalt in den 1920er Jahren in Mexiko.
Preis: 48.90 €
Über dieses Buch:Hunger, Armut, Hoffnungslosigkeit: Die Große Depression in den 1930er Jahren traf in den USA vor allem Landarbeiter und Farmpächter. Viele von ihnen machten sich auf den Weg gen Westen in der Hoffnung, auf den Plantagen Kaliforniens neue Arbeit zu finden. Präsident Roosevelt versuchte, mit seinem Reformprogramm New Deal Migration und Hunger zu bekämpfen.
Auch Künstler thematisierten die Folgen der Wirtschaftskrise in ihren Werken: John Steinbecks weltberühmter Roman \"Früchte des Zorns\" erzählt die Geschichte der Familie Joad, die ihre Farm aufgibt und nach Westen zieht; Dorothea Langes Fotografie \"Migrant Mother\" wurde zum Sinnbild der Großen Depression.
Evelyn Runge arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Roman Steinbecks und den Dokumentarfotos Langes heraus. Ausgehend von der Theorie des Konstruktivismus werden biologisch-technische, soziale und mediale Determinanten dargestellt. Das Buch untersucht, inwiefern fiktionale Elemente in Literatur und Fotografie als Medien der Sozialkritik zu finden sind. Eine Analyse produktions- und rezeptionsästhetischer Bedingungen zeigt, dass sowohl literarische wie fotografische Arbeiten polyvalent zu verstehen sind - und nicht per se ‚das‘ Bild der Welt präsentieren, wie der Begriff \"documentary realism\" suggeriert.
Über den Autor / die Autorin: Evelyn Runge studierte Politische Wissenschaft, Journalistik, Soziologie und Neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie wurde an der Deutschen Journalistenschule München zur Redakteurin ausgebildet und arbeitet als Autorin und Fotografin.
About this book: Artists of different genres have occupied themselves with the consequences of the American Depression of the 1930s. Two central works are John Steinbeck’s novel "The Grapes of Wrath" and Dorothea Lange’s photography "Migrant Mother". Evelyn Runge examines common ground and differences between Steinbeck’s novel and Lange’s documentary photographs. Her book shows how fictional elements in literature and photography can act as a vehicle for social criticism.
Sur ce livre: Des artistes de genres très différents se sont intéressés aux conséquences de la crise économique des années 30 en Amérique. Le roman de John Steinbeck Les raisins de la colère et la photographie de Dorothéa Lange Une mère migrante sont des exemples incontournables. Evelyn Runge analyse les points communs et les différences entre le roman de l'écrivain et les photos documentaires de la photographe. Son ouvrage montre comment des éléments de fiction littéraires et photographiques peuvent être utilisés comme outils de travail d'une critique sociale.
Sobre este libro: Artistas de diferentes géneros vuelcan su atención a las consecuencias de la crisis económica de los años 30 en los Estados Unidos. Obras centrales son las Uvas de la Ira de John Steinbeck y la fotografÃa Madre Migrante de Dorothea Lange, Evelyn Runge analiza las caracterÃsticas comunes y las diferencias entre la novela de Steinbeck y las fotos documentales de Lange. Su libro muestra cómo elementos de ficción en la literatura y la fotográfica toman el lugar de instrumentos de crÃtica social.
Preis: 29.90 €
Über dieses Buch:Die Traumfabrik Hollywood - Hölle oder Paradies ?Diese von Bertolt Brecht zu Beginn der 1940er Jahre aufgeworfene Frage stellte sich auch für den deutschen Filmregisseur Fritz Lang. In der Weimarer Republik erlangte er durch Filme wie „Metropolis“ und „Die Nibelungen“ weltweites Renommee, das sich die Nationalsozialisten nur allzu gern zunutze gemacht hätten. Lang lehnte jedoch alle Angebote ab und entschied sich für das Exil. Mit Ausdauer und Anpassungsvermögen gelang es dem eigenwilligen Filmgenie, sich eine zweite Karriere im Hollywood der „goldenen Ära“ zu erkämpfen.
Die vorliegende Untersuchung zeichnet Fritz Langs amerikanische Schaffensphase der Jahre 1934 bis 1956 nach. Unter Einbeziehung politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen wird sein mühevoller Akkulturationsprozess in den USA beschrieben - leidvolle Erfahrungen mit der kommerzialisierten Filmproduktion des Studiosystems und die Integration in die politisch engagierten Zirkel der Hollywood-Emigration.
Mit „Fury“ und „Hangmen Also Die!“ entstanden zwei der besten amerikanischen Filme Langs, in denen er mit schonungsloser Präzision ein Abbild seiner Epoche schuf. Nicht zuletzt durch den Kontakt zu großen Persönlichkeiten des Exils und die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht wurde Fritz Lang zum wachsamen Beobachter seiner Zeit und zum „Emigrant mit Leib und Seele“ (Erika und Klaus Mann).
Über die Autorin: Larissa Schütze studierte Theaterwissenschaft, Geschichte und Neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Preis: 34.90 €
Über dieses Buch:Obwohl Kriege ein prägendes Element der Frühen Neuzeit waren, hat eine Verknüpfung von militärtheoretischer Thematik und Beschreibungstradition bisher nicht stattgefunden. In den letzten Jahren vollzog die Geschichtswissenschaft jedoch einen Wandel in der Beurteilung der Militärgeschichte; die Hinwendung zur Erfahrungsgeschichte ‚von unten‘ und damit auch zu Ego-Dokumenten wurde ebenfalls von der Literaturwissenschaft aufgegriffen.
Ausgehend von der These, dass sich militärische und gesellschaftlich-kulturelle Veränderungen auf die Kriegsteilnehmer und die Muster ihrer Kriegsbeschreibungen auswirken, werden interdisziplinär unterschiedliche Quellenarten untersucht. Die von den Kriegsteilnehmern hinterlassenen Texte – Selbstzeugnisse, kriegstheoretische Werke, Romane und Kriegskompendien – machen die Beziehungen zwischen Kriegführung, Literatur und ästhetischen Konzepten deutlich. Das Wechselverhältnis von Kriegswissenschaft und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten war bestimmend für die Wahrnehmung und die Schilderung des Krieges.
Über die Autorin: Stephanie Schwarzer, geb. 1972, studierte Germanistik, Geschichte und Anglistik in Gießen. Während ihrer Promotion war sie wissenschaftliche Hilfskraft im SFB Erinnerungskulturen und Koordinatorin des Graduiertenkollegs Klassizismus und Romantik an der Universität Gießen.
Rezension/en: "Schwarzer gelingt es, markante Unterschiede zwischen der Kriegsrepräsentation des 17. und 18. Jahrhunderts auszumachen, [...]. Mit Gewinn zu lesen sind hier vor allem die Ausführungen zu Schlachtdarstellungen und ihren unterschiedlichen visuellen wie akustischen Repräsentationen. Vor allem in der eingehenden Interpretation Archenholtz kann die Arbeit überzeugen, in dem die unterschiedlichen ästhetischen Facetten der Kriegsdarstellung im Kontext eines Werkes diskutiert werden. Insgesamt liegt das innovative Potential der Arbeit darin, dass hier nicht allein die Heroen der Literaturgeschichte von Grimmelshausen bis Lessing in den Blick genommen werden, sondern konsequent militärisches Schrifttum in die Interpretation einbezogen wird. Das hat den positiven Effekt, dass man viel über die tatsächlichen Kriegshandlungen erfährt und nicht mit allgemeinen Reflexionen über das Wesen des Krieges vorlieb nehmen muss. Schwarzer hat somit zu einer kulturgeschichtlichen Perspektivierung militärischer Ereignisse des 17. und 18. Jahrhunderts beigetragen, die anschaulich belegt, welch wichtige Quellenbestände hier noch auf neue Lesarten warten." (Zeitschrift für Historische Forschung)
Preis: 44.90 €
Über dieses Buch: Die Publikation beschäftigt sich mit der Frage nach der Funktionalisierung von Mütterlichkeit zur Verwirklichung nationalistischer Ziele in drei exemplarisch ausgewählten Ländern, nämlich Japan, Deutschland und Italien in den 1930er Jahren.Anhand drei exemplarisch ausgewählter Frauenzeitschriften werden die Argumentationsstrategien analysiert, die es ermöglichten, Mütterlichkeit im Kontext extrem nationalistischer Regimes als nationale und kulturelle Besonderheit zu legitimieren. Bei den untersuchten Zeitschriften handelt es sich um die Katei (Japan), die N.S. Frauen-Warte (Deutschland) und Il Giornale della Donna (Italien).Diese kulturwissenschaftlich angelegte Arbeit trägt insgesamt dazu bei, Konstruktionsmechanismen bestimmter Genderstrukturen und deren Verbindung mit den Kategorien Nation/Nationalismus und Kultur in der Vorkriegszeit herauszuarbeiten, die auch prägend für die Jahre nach 1945 waren und deren Auswirkungen noch bis heute zu spüren sind.
Über die Autorin: Julia Siep ist Japanologin, Romanistin und Medienwissenschaftlerin. Sie promovierte am Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort ist sie zurzeit auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig.
Über dieses Buch:Lange Zeit rauschte es in der deutschsprachigen Literatur gewaltig – und das nicht von ungefähr: Die Romantiker etwa inszenierten das Rauschen der Wälder als geheimnisvolle Stimmen des Numinosen. Rund hundert Jahre später gelang es der Literatur allerdings nicht mehr ohne Weiteres, mit dem Rauschen göttliche Allmacht zu verbinden. Dennoch wurde auch in der ‚entzauberten’ Welt der Klassischen Moderne das in urbanen Sphären und elektrischen Kanälen vernommene Rauschen mit der Aura des Geheimnisvollen aufgeladen. Katja Stopka geht in ihrem Buch der literarischen Faszination für ein akustisches Phänomen auf den Grund, das per definitionem uncodiert ist und damit scheinbar auf das Gegenteil von Schrift und Rede verweist. Anhand von Texten so prominenter Autoren wie Novalis, Eichendorff, Rilke, Kafka und Hugo Ball erarbeitet sie eine Semantik des Rauschens, indem sie vor dem Hintergrund kultureller Ordnungsmuster seine je unterschiedlichen Funktions- und Bedeutungszuschreibungen freilegt. Ihre Analyse zeigt dabei erstmalig, wie groß der Einfluß des literarischen Rauschens auf und seine Relevanz für die Ästhetik der jeweiligen Epochen war.
Über die Autorin: Katja Stopka studierte Neuere Deutsche Literatur, Geschichte und Französisch sowie Bibliothekswissenschaften und Informationswissenschaften. Mit der vorliegenden Arbeit wurde sie am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften der Freien Universität Berlin promoviert.
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