Über dieses Buch:Gemeinhin gilt das romantische Schicksalsdrama als literarische Gattung, die zwar während ihrer Blütezeit zwischen 1810 und ca. 1825 außergewöhnliche Erfolge auf deutschen Bühnen erzielen konnte, aber keine nennenswerte Wirkung auf die weitere Entwicklung des deutschen Dramas hatte. Im Gegensatz dazu nimmt die Autorin eine bislang nicht näher untersuchte Forschungsthese zum Ausgangspunkt, die einen mittelbaren Zusammenhang zwischen dem Schicksalsdrama der Romantik und dem deterministischen Drama des Naturalismus beschreibt. Während sich der einleitende Teil neben der Klärung wichtiger Begriffe und Zusammenhänge vor allem dem Stellenwert des Typus „Schicksalsdrama“ in literaturkritischen und -wissenschaftlichen Abhandlungen im 19. Jahrhundert widmet, wird im Hauptteil der Arbeit anhand exemplarischer Dramenanalysen nachgewiesen, inwieweit das Modell des romantischen Schicksalsdramas in der Dramenliteratur des 19. Jahrhunderts insgesamt fortgewirkt hat und welchen Variationen es unterworfen war.
Über den Autor / die Autorin: Susanne Balhar hat an der Universität Kassel Germanistik und Anglistik für das Lehramt an Gymnasien mit den Schwerpunkten Literaturwissenschaft und Linguistik studiert. Heute lebt sie in Tübingen und ist für verschiedene Verlage tätig.
Preis: 59.90 €
Über dieses Buch:Inwiefern und unter welchen Bedingungen kann ein intermedialitätstheoretischer Ansatz im Falle von Franz Kafka sinnvoll sein? Kafkas Romane, schrieb Theodor W. Adorno an Walter Benjamin, seien die letzten verschwindenden Verbindungstexte zum stummen Film (der nicht umsonst fast gleichzeitig mit Kafkas Tod verschwunden sei). Kafka war ein eifriger Kinogänger und es stellt sich daher die Frage, ob der Einfluss dieses damals neuen visuellen Mediums in seinem Werk spürbar ist, ob es zu spezifischen Wechselwirkungen kam. Kritisch analysiert wird, inwieweit die Intermedialität als Forschungsansatz einen tatsächlichen Mehrwert beim Verständnis des Kafkaschen Werkes bringt.
Der filmbezogenen Lektüre vorangestellt ist ein Abriss zu Geschichte und Aktualität der literaturzentrierten intermedialen Forschung sowie ein Überblick über die Mediengeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Parallelen zwischen dem Stummfilm und seiner Literatur werden kategorisiert, um Nutzen und Grenzen der Schnittstellenforschung grundlegend diskutieren zu können.
Über den Autor / die Autorin: Anne Brabandt studierte Germanistik, Romanistik und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Mainz und der Universität in Dijon mit den Schwerpunkten Intermedialität sowie Wende- und Nachwendeliteratur. Sie ist derzeit Lehrbeauftragte für Deutsch als Fremdsprache am Fremdsprachenzentrum der Universität Mainz.
Preis: 24.90 €
Über dieses Buch:Umso mehr sich der Nachlaß Wolfgang Koeppens öffnet, umso deutlicher wird: Dieser Autor ist nie verstummt. Neben dem veröffentlichten Werk gibt es ein weit größeres des „inneren Dialogs“, das sich in Entwürfen, Briefen, Romanprojekten und täglichen Aufzeichnungen manifestiert. Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, die Poetik des Autors auf der Basis dieses umfassenden Oeuvres zu hinterfragen und einen ersten Blick in die Werkstatt des Autors zu werfen. Ein Unternehmen, das sowohl textkritische wie interpretatorische Fragen neu stellt und das Bild des Autors – nicht zuletzt durch die Berücksichtigung bislang unbekannter Zeugnisse – in ein verändertes Licht rückt.
Über den Autor / die Autorin: Iris Denneler ist Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur in Dortmund und seit 1985 als Literaturkritikerin und Journalistin für deutsche und internationale Zeitungen und Rundfunksender tätig. In jüngster Zeit mehrere Dramaturgiehospitanzen. Zahlreiche Publikationen zum 18., 19. und 20. Jahrhundert (incl. Wolfgang Koeppen), zur Gegenwartsliteratur sowie zu editionsphilologischen, methodischen und theoretischen Problemen der Literatur und Kulturwissenschaft.
Preis: 34.90 €
Über dieses Buch:Polarität ist ein Stichwort unserer Zeit. Gerade zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird die übergreifende Relevanz und Brisanz der Polaritätsthematik immer deutlicher. Fanatismus und Extremismus sind global existierende Bedrohungen – man denke etwa an den Nahost-Konflikt, an die zahlreichen weltweiten Krisenherde und Terroranschläge.Hermann Hesses durch Weltoffenheit, Humanität und Toleranz geprägtes Werk eröffnet hier neue Denk- und Handlungsmuster. Die eindringliche Botschaft, dass sinnerfülltes Leben zwischen den Extremen stattfindet, im „Sowohl-als-auch“ der Kulturen, Religionen und Weltanschauungen, zieht sich durch das gesamte literarische Werk des Nobelpreisträgers. In der vorliegenden Arbeit werden erstmals lyrische, epische und dramatische Werke des Autors konkordanzartig durch close reading parallel erschlossen und die mannigfaltigen inhaltlichen und strukturellen Polaritäten unter entstehungsgeschichtlichen und gattungsspezifischen Gesichtspunkten kritisch analysiert.
Über den Autor / die Autorin: Dorothée Gommen, Jahrgang 1975, studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Dortmund und der University of Leeds, England. Im Anschluss an ihr Studium promovierte sie als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes am Lehrstuhl für deutsche Literatur und ihre Diaktik bei Iris Denneler an der Universität Dortmund.
Preis: 28.90 €
Über dieses Buch:Christine Hermann untersucht Transformationen des taurischen Iphigenie-Mythos innerhalb des deutschsprachigen Literaturraums. Als zentraler Prätext steht Goethes \"Iphigenie auf Tauris\" im Hintergrund der Studie, den die Autorin als ‚Wendetext’ versteht. Mit Goethes Bearbeitung wird Iphigenie zur Ikone der Humanität, der es aufgrund ihrer Sprachvirtuosität gelingt, die friedliche Wende herbeizuführen. Im Dialog mit Goethe und der Zeitgeschichte untersucht die Autorin vier moderne Mythos-Transformationen, die ihrerseits an Wendepunkten deutscher Geschichte situiert sind: Gerhart Hauptmanns \"Iphigenie in Delphi\" (1941), Rainer Werner Fassbinders \"Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe\" (1968), Jochen Bergs \"Im Taurerland\" (1977) und Volker Brauns \"Iphigenie in Freiheit\" (1992).In diesen Texten gelingt die Herbeiführung einer friedlichen Wende nicht mehr aus dem idealen Menschsein Iphigenies heraus. Die Transformationen werden zu Manifesten der Humanitätsskepsis. So wird ein Paradigmenwechsel greifbar, der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts innerhalb der literarischen Rezeption von Goethes Iphigenie auf Tauris vollzogen hat.Interdisziplinären und kulturwissenschaftlichen Ansätzen verpflichtet macht Hermann zeitgeschichtliche Faktoren als interkontextuelle Referenzpunkte stark.
Über den Autor / die Autorin: Christine Hermann, geboren 1977, studierte Germanistik und Geschichtswissenschaft in Magdeburg, Florenz und Göttingen, arbeitete an der Universität Freiburg und ist momentan im Schuldienst tätig.
Preis: 19.90 €
Über dieses Buch:Dieses Werk bietet einen Ansatz zur Gesamtinterpretation von Hartmann von Aues Iwein. Die Untersuchung geht dabei von der Löwen-Drachen-Kampfepisode als allegorischer Darstellung des religiös-sittlichen Handlungs-, Erkennungs- und Gesinnungsproblems aus. Hartmann von Aues Erzählkonzeption wird durch diese Herangehensweise anschaulich. Besonderen Augenmerk legt der Autor auf die intertextuellen Zusammenhänge zwischen Hartmann von Aues Iwein und den Proverbia Salomonis. Die Aufdeckung der engen thematischen Beziehung zwischen den beiden Texten zeigt einen Weg auf, bekannte Probleme in der Iwein-Forschung sinnvoll aufzulösen.Das Interpretationsverfahren, das in diesem Forschungsbeitrag zum Tragen kommt, stellt eine Gesamtvorstellung des Iwein bereit, in die die Bezüge zur religiös-sittlichen Geistessituation seines Zeitalters adäquat einbezogen sind.
Über den Autor: Konin Imanishi wurde 1944 in Nara/Japan geboren. Von 1966 bis 1972 war er Mönch in einigen zenbuddhistischen Tempeln. 1974 bis 1987 Studium der Philosophie an der Universität Hamburg mit abschließender Promotion über Erfahrung und Wirklichkeit innerhalb Kants „Kritik der reinen Vernunft“. Seit 1988 ist Imanishi Hauptpriester(Jushoku) eines zenbuddhistischen Tempels; gleichzeitig ist er Dozent für Philosophie an der Ryukoku Universität in Kyôto (Japan).
Preis: 29.90 €
Über dieses Buch:Bertolt Brechts private Liebesbeziehungen wurden zum Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen und brachten ihm den Ruf eines \"Frauenausbeuters\" ein. Doch betrachtet man die Frauen, die der Augsburger Autor in seinem literarischen Werk geschaffen hat, vermittelt sich ein anderer Eindruck: Seine Frauenfiguren sind kraftvoll, selbstbewusst und trotzen ihren widrigen Lebensverhältnissen. Und mehr als das: Brechts Texte beschreiben mit ästhetischen Mitteln die gesellschaftlichen Strukturen, mit denen die Frauen seiner Zeit an einem selbstbestimmten Leben gehindert wurden.Das gelang ihm so präzise und eindringlich, dass sich zahlreiche Parallelen zwischen Brechts Darstellung des Geschlechterverhältnisses und den Ergebnissen der feministischen Forschung von den 1970er Jahren bis heute aufzeigen lassen.\"Feminist Brecht?- Zum Verhältnis der Geschlechter im Werk Bertolt Brechts\" ist eine erste systematische Analyse der Brecht’schen Texte im Hinblick auf das Geschlechterverhältnis und zeichnet ein völlig neues Bild des vermeintlichen \"Chauvinisten\" Brecht.
Über die Autorin: Ana Kugli, geb. 1975, studierte Literaturwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Soziologie in Karlsruhe. Von 1998 bis 2003 war sie freie Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Bertolt Brecht, Karlsruhe. Mit der vorliegenden Arbeit promovierte sie 2004 an der Universität Karlsruhe und ist seither als wissenschaftliche Autorin und Journalistin tätig.
Über dieses Buch:Für wenige Autoren ist das Verständnis der eigenen Dichtung als Mythopoesie so zentral gewesen wie für Friedrich Hölderlin. Es gab in den letzten Jahrzehnten zwar zahlreiche Publikationen zum goethezeitlichen Projekt einer „Neuen Mythologie“ und in Einzeluntersuchungen zu Hölderlin wurde immer wieder auf sein Verständnis des Mythos und auf die mythopoetische Praxis in einzelnen Gedichten eingegangen. Eine historisch-rekonstruktive Gesamtdarstellung, die sowohl Hölderlins Theorie des Mythos im Kontext der Idee der Neuen Mythologie wie auch seine spezifische Mythopoetik und -poesie anhand präziser Analyse seiner mythopoetischen Texte herausarbeiten soll, fehlt jedoch. Angesichts des Verdikts des Scheiterns der Neuen Mythologie wäre zu fragen: Sollen alle Erfindungen von Mythen gerade wegen des fehlenden Allgemeinheitspotenzials als „Privatmythologie“ betrachtet werden? Inwiefern ist die Mythopoesie als Produkt individueller imaginativer Aktivität an die Idee der ‚Neuen‘ Mythologie anzuknüpfen? Hölderlins Mythopoesie zeigt, dass eine vom reflexiven Akt des modernen Dichters konstruierte neue Mythologie als immer neu zu generierende Antwort auf die von der Neuen Mythologie gestellten Sinnfragen ihr Allgemeinheitspotenzial enthält. Damit wäre sie mehr als nur eine „Privatmythologie“.
Über die Autorin: Young-Ki Lee studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Promotion schloss sie im Jahr 2007 ab. Zur Zeit ist sie als Dozentin tätig in Südkorea.
Preis: 44.90 €
Über dieses Buch:Lange hat man der literarischen Produktion der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kaum Gewicht beigemessen. In der vorliegenden Arbeit bilden die Romane von Gellert und La Roche den Gegenstand einer vergleichenden Untersuchung, da sie historisch Eckpunkte der Entwicklung des „empfindsamen Aufklärungsromans“ sind. Dabei wird der Autor geleitet von der Frage nach der Darstellung aufklärerischer Vernunft und den möglicherweise konträren Indizien für Empfindsamkeit und Gefühlskultur. So gelingt zum einen eine nähere Definition des zunächst scheinbar widersprüchlichen Gattungsbegriffs. Zum anderen wird der Umbruch deutlich, der sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Theorie und Praxis der Literatur vollzog.
Über den Autor: Thomas Pago studierte Germanistik, Anglistik und Pädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Seither arbeitet er für Buchverlage.
Über dieses Buch:Dieses Buch ist eine intermediale Studie, die Korrelationen zwischen der modernen bildenden Kunst und der modernen Dichtung aufzeigen will. Dabei wird versucht Ästhetik und Techniken der bildenden Künste in die Poetik zu übersetzen.Um neue Impulse für die Dichtung Rilkes zu gewinnen, konzentriert sich die Untersuchung auf seine mittlere Schaffensperiode, in der er sich intensiv mit den Werken Rodins und Cézannes auseinandersetzt. Die Frage nach einer „Ästhetik und Poetik der Abstraktion“ lässt sich aus Rilkes Rodin-Studien und seinen Briefen über Cézanne erschließen. Legitimiert wird sie dadurch, dass Rodin und Cézanne als Pioniere der abstrakten Kunst gelten. Der Begriff „Abstraktion“ stammt aus der „abstrakten“ Kunst. Diese zeichnet sich durch starke Reduktion der Referenz und die zunehmende Dominanz einer kunstimmanenten Konfiguration von Gestaltungsmitteln aus. Die Tendenz zur Auflösung der Gegenständlichkeit und zur Konstruktion eines neuen werkinternen Gegenstandes einerseits sowie die Übertragung des antimimetischen Prinzip, und die Thematisierung der Gestaltungsmittel andererseits haben Auswirkungen auf die Dichtung. Diese werden an den Neuen Gedichten nachgewiesen. So wird zugleich ein neuer Zugang zu diesem Werk eröffnet.
Über die Autorin: MiRi Park stammt aus Südkorea. Ihr Magisterstudium hat sie an der Univ. Sungkyunkwan in Seoul abgeschlossen. Sie studierte auch an der Univ. Karlsruhe und wurde promoviert an der Univ. des Saarlandes. Zurzeit ist sie Dozentin an den Univ. Sunkyunkwan und Hongik in Seoul.
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