Über dieses Buch:
Entwicklung und Nutzung der Gärten evangelischer Damenstifte und Frauenklöster in Norddeutschland stehen im Mittelpunkt des Buches. Ausgehend von überkommenem Bestand und historischen Quellen nimmt es den Zeitraum vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart in den Blick.
Neben Gartenräumen, die sich aus dem Klosterbauschema und den alltäglichen Erfordernissen des Gemeinschaftslebens entwickelt haben, werden die „Damengärten“ vorgestellt. Diese in zahlreichen Anlagen und ähnlicher Form angelegten Parzellen stellen eine bisher wenig beachtete Besonderheit der Damenstifte dar. Sie wurden von den einzelnen Stiftsdamen individuell bewirtschaftet und entstanden im Zuge der Einrichtung von Privathaushalten.
Daneben betrachtet die Autorin auch die oft künstlerisch gestalteten Gartenbereiche der Äbtissinnen. Es sind aber vor allem die Damengärten, die - in vielen Anlagen bis heute überliefert - Zeugnis vom eher weltlich als religiös geprägten Lebensalltags der Damenstifte geben.
Formanns von zahlreichen Abbildungen ergänzte Darstellung bietet Grundlagen für künftige gartendenkmalpflegerische Entscheidungen.
Die Arbeit wurde aktuell mit dem Lennart-Bernadotte-Preis für Landespflege ausgezeichnet.
Über den Autor / die Autorin:
Dipl.-Ing. Inken Formann studierte 1996 bis 2002 Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung an der Universität Hannover. Sie promovierte dort 2002 bis 2004 am Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL). Seit September 2005 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrgebiet Geschichte der Landschaftsarchitektur der TU Dresden tätig.
Rezension/en:
"Der große Wurf bezieht auch die nur noch historischen Stifte in Westfalen wie Herford und Essen und die entsprechenden nordosteuropäischen Korporationen wie Dobbertin und Heiligengrabe ein, wobei alles von Autopsie bestimmt ist. Aber auch Theodor Fontanes bekannte, romantisch gestimmte Stiftsdamen werden beachtet. Das stilistisch und drucktechnisch herausragende Werk führt stets zu bestens begründeten Ausblicken in die künftigen, gartendenkmalpflegerischen Entscheidungen." (Prof. Dr. Dr. Nicolaus Heutger)
"Selten finden wir in der Flut an Gartenbüchern ein so gründliches und umfassendes Werk über den Klostergarten allgemein (was ist eigentlich ein „Garten“?) und im speziellen (wie sahen die Gärten der Damenstifte aus?). Sorgfältig legt die Autorin dar, an welche Traditionen die Gärten anknüpfen und wie weit sie sich von dem benediktinischen und zisterziensischen Schema gelöst haben. Übereinstimmungen und Unterschiede zu anderen Gartenformen werden untersucht. Und so schöpfe ich aus dem Buch bestens erforschtes und dokumentiertes Wissen, das weit über das Thema „Stiftsgärten“ hinausgeht. Die Sprache ist klar, der Aufbau einsichtig und übersichtlich. Allein die Nennung der Quellen, der Staats-, Kloster- und Stiftsarchive, die Hinweise auf Bibliotheken, Museen und Literatur sind ein Schatz für alle Gartenfreunde, die solche Schätze suchen." (Blätterrauschen, Zeitschrift der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur)