Über dieses Buch:
Im Zeitalter der Weltpolitik erweiterte sich der Schauplatz der Geschichte: Politik wurde nicht mehr nur in Europa gemacht. Aufstrebende Großmächte in Amerika und Asien beeinflussten zunehmend das Weltgeschehen. Der Bedarf an Informationen zur Geschichte ferner Länder und Kontinente stieg. In Deutschland erschienen zwischen 1890 und 1914 zahlreiche populäre Weltgeschichten.
Sechs dieser bisher wenig beachteten Orientierungsversuche werden in der vorliegenden, im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Erinnerungskulturen“ entstandenen Studie vorgestellt und vergleichend untersucht. Sie betrachtet Weltgeschichten als Quellen der Historiographiegeschichte, entwickelt eine Methode zu ihrer Analyse und mustert einen Teil der Geschichtskultur im wilhelminischen Deutschland. Sie fragt danach, was die Autoren unter Weltgeschichte verstehen und wie sie diese gliedern. Was sind ihrer Ansicht nach die maßgeblichen Faktoren für den Verlauf der Weltgeschichte und wo spielt sie sich ab?
Deutlich wird nicht nur eine beachtliche konzeptionelle Vielfalt der Geschichtsschreiber. Gegenüber der nationalistischen Verengung, wie sie sich mit dem Wilhelminismus verbindet, betonen sie auf der Weltebene eine Vorstellung von europäischer Gemeinsamkeit.
Über den Autor / die Autorin:
Hartmut Bergenthum studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und Deutsche Literaturwissenschaft in Marburg, Gießen und Bristol. In Gießen arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Erinnerungskulturen“. Zurzeit absolviert er ein Bibliotheksreferendariat und schließt eine Dissertation zur Historiographiegeschichte Kenias ab.
Rezension/en:
"Am wichtigsten scheint mir jedoch, daß Bergenthum überhaupt durch die Zusammenschau die Idee von einer Konjunktur der Weltgeschichtsschreibung entfaltet ... Hartmut Bergenthum hat einen wichtigen Baustein für eine solche dezentrierte Historiographiegeschichte geliefert, und es bleibt zu hoffen, daß andere ihm folgen." (H-Soz-u-Kult)
"Magisterarbeit ..., die angesichts ihrer Qualität und ihrer interessanten Ergebnisse mit Recht veröffentlicht worden ist." (Storia della Storiografia)
"Es handelt sich also um ein wichtiges, bahnbrechendes Werk der deutschen universellen Historiographiegeschichte." (Zeitschrift für Weltgeschichte)
„Bergenthums Publikation ist eine bemerkenswerte Studie zur Geschichte des Wilhelminischen Deutschlands [...]“. (Jahrbuch für Europäische Überseegeschichte)